Vorbereitung für die Mondfinsternis

Da der Mond, gemäß Beobachtungen der letzten Tage, während der heutigen totalen Mondfinsternis leider nicht vom Observatorium zu sehen sein wird, haben wir das Teleskop eben für diesen Abend abgebaut und an einem besseren Standort im Garten positioniert.

Wir sind nun startklar, der Mond darf jetzt aufgehen 🙂

Ein Nest voll Planeten an Ostern

Aktuell sind am Morgenhimmel Jupiter, Saturn und Mars gut zu sehen. So hieß es Ostern für mich früh aufstehen, um nach langem mal wieder überhaupt Planeten zu sehen und dann auch noch gleich mehrere!

Jupiter habe ich glaube ich noch nie so deutlich beobachten können, wie am Morgen dieses Ostersamstag. Da zu Beginn Saturn und Mars noch vom Nachbarhaus und ein paar Wolken bedeckt waren, hatte ich ausreichend Zeit mich mit Jupiter zu beschäftigen. Den großen roten Fleck konnte ich sogar über den Planeten wandern sehen. Meine Fotos davon spiegeln leider noch nicht genau das Gesehene wieder, viele Luftunruhen erschwerten es hier ein scharfes Bild festzuhalten. Dennoch konnte ich ein paar Fotos so bearbeiten, dass man bei genauem hinsehen die Bewegung des GRF erkennen kann.

Zwischen dem ersten und letzten Bild liegen etwa 30 Minuten. Der GRF startete am rechten Rand des oberen Streifen und wanderte auf diesem während meiner Beobachtung etwa bis in die Mitte des Planeten. Ein ordentliches Tempo, wenn man bedenkt, dass der Fleck etwas größer als unser Erddurchmesser ist…

Bewegung des grossen roten Fleck auf dem Jupiter am Morgen des 31.3.2018

Als dann endlich Saturn und Mars über dem Nachbarhaus sichtbar wurde, war es schon deutlich heller geworden. Viel Zeit blieb also leider nicht mehr…

Saturn habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen, daher war die Freude besonders groß, mein Lieblingsobjekt wieder zu sehen.

Bis ich schließlich soweit war, den Mars einzustellen, war er schon nicht mehr mit bloßem Auge am Himmel zu sehen. Da er aber gerade sehr nah beim Saturn steht, waren beide Planeten gleichzeitig in meinem Sucherfernrohr sichtbar. So konnte ich Mars trotz zunehmender Helligkeit noch problemlos einstellen.
Im Vergleich zu Jupiter und Saturn ist Mars bei Betrachtung mit meinen Instrumenten eher unspektakulär, aber man sieht dennoch schön seine rötliche Färbung.

Mars am Morgen des 31.3.2018

Fast-Vollmond an Gründonnerstag

Da sich der Vollmond am Ostersamstag nur für ca. 10 Minuten gezeigt hat und danach wieder hinter den Wolken verschwunden ist, kann ich hier leider nur ein Bild von Gründonnerstag zeigen. Viel fehlte hier jedoch nicht mehr zum Vollmond.

Die Genauigkeit der Rudolphinischen Tafeln von Johannes Kepler von damals und heute

Im Rahmen der Vortragsreihe der Astronomischen Vereinigung Karlsruhe hatte ich gestern die Gelegenheit einen interessanten Vortrag von Jürgen Reichert über die Genauigkeit der Rudolphinischen Tafeln zu hören. Ich möchte die für mich spannendsten Aspekte daraus hier kurz zusammenfassen.

Zunächst wurde Tycho Brahe 1600 von Kaiser Rudolph beauftragt die Rudolphinischen Tafeln zu erstellen. Da er vor der Fertigstellung starb, wurde Johannes Kepler mit der Fertigstellung beauftragt.

Die Rudolphinischen Tafeln sind vergleichbar mit den heutigen astronomischen Jahrbüchern. Mit dem Unterschied, dass die Tafeln nicht angeben wann ein Himmelsobjekt an welchem Ort zu finden ist, sondern lediglich ein Werkzeug darstellen, diese Positionen zu berechnen.
Die Berechnungen beruhen ausschließlich auf den Beobachtungen von Tycho Brahe, obwohl das Werk über einen Zeitraum von 27 Jahren entstanden ist. Aufgrund von Streitigkeiten mit den Erben von Tycho Brahe durfte Kepler dessen Beobachtungen jedoch nicht „verbessern“.

Die Ergebnisse sind sehr beeindruckend, wenn man sich vor Augen hält wie der Wissenstand der Mathematik zu Keplers Zeit war: Dezimalzahlen waren ebenso wie die Keplergleichung noch unbekannt, Kepler arbeitete mit dem Sexagesimalsystem (Einheit = 60) um Positionen in „Grad.Minuten.Sekunden“ abzubilden.

Beim Vergleich der Planetenbewegungen um 1600, berechnet mit den Rudolphinischen Tafeln bzw. heutigen Mitteln (hier den DE405 Ephimeriden, NASA), sind bei heliozentrischer Betrachtung die Abweichungen von Venus, Mars und Jupiter noch innerhalb eines Monddurchmessers. Interessanterweise verschiebt sich die Abweichung für die Venus in 2017 nur in der Länge um ca. 10 Minuten.
Bei geozentrischer Betrachtung sind die Bewegungen von Saturn, Jupiter und Mars recht genau. Bei der Venus fällt auf, dass die Abweichungen grundsätzlich relativ gering sind, jedoch bei der unteren Konjunktion stärker sind und etwa 2 Grad betragen.

Auch die Zeitrechnung ist in einigen Punkten erstaunlich genau: Datum und Uhrzeit des Frühlingsanfangs 2018 berechnet Kepler bis auf ca. 2 Stunden genau. Beim Sommeranfang liegt er sogar nur 25 Minuten daneben. Planetenoppositionen berechnet er ebenfalls relativ genau, im Gegensatz zu schon erwähnten Konjunktionen, bei denen die Abweichung mitunter fast 2 Tage beträgt.

In seinem Werk beschreibt Kepler auch einige interessante Beobachtungen. So z.B. die Bedeckung von Mars durch die Venus im Jahr 1590. Damit ist dies die erste dokumentierte Planetenbedeckung. Diese ist mit heutigen Mitteln auch nachvollziehbar, allerdings nicht mit den Berechnungen der Rudolphinischen Tafeln 😉

Das Fazit des Vortrags ist also: Eine visuelle Beobachtung ist auch heute mit den Rudolphinischen Tafeln noch möglich, genauere Berechnungen von Ereignissen jedoch nicht.

Astrohighlights im Frühjahr 2018

Ich möchte meinen Lesern diese schöne Grafik, bereitgestellt von Astroshop.de, natürlich nicht vorenthalten!

Infografik–astrohighlights-im-fruehjahr-2018-alles-was-man-märz-bis-mai-sehen-kann

Neben einigen schönen Planetenkonstellationen ist am 25.Mai ist der Goldene Henkel zwischen 16:30 und 20 Uhr wieder besonders schön zu sehen. Wer also durch meinen letzten Beitrag neugierig geworden ist, hat dann die Chance den Goldenen Henkel selbst zu erleben. Mit einem Fernglas solltet ihr schon Erfolg haben können!

Der Goldene Henkel

Gestern hatte ich erstmals die Gelegenheit den Goldenen Henkel am Mond zu beobachten. So wird der Effekt genannt, bei dem die Berge des Montes Jura bereits beleuchtet werden während das angrenzende Sinus Iridium noch im Schatten liegt und die Gebirgskette daher wie ein Henkel am Mond wirkt.

Da mir die Beobachtung nur von Karlsruhe und somit nicht vom Observatorium aus möglich war, stand mir dazu nur das kleine Linsenteleskop zur Verfügung, in dem sich der Mond aber ja auch schön ansehen lässt.

Mit 70-facher Vergrößerung bei Okularprojektion ist mir sogar freihändig mit einer kleinen Kompaktkamera ein ganz akzeptables Bild entstanden. Das Bild auf dem der Mond in voller Größe zu sehen ist, habe ich schließlich mit meiner Spiegelreflexkamera gemacht, die direkt am Okularauszug montiert war. Da ich im ersten Fall noch einen Zenitspiegel verwendet habe, ist der Mond in den beiden Bildern spiegelbildlich abgebildet.

Sternenhimmel auf Teneriffa

Leider war es während unseres Urlaubs abends meist bewölkt, sodass man kaum Sterne sehen konnte. Daher dachten wir uns, dann fahren wir doch nochmal über die Wolken, so wie bei unserem Besuch im Observatorium.

Leider waren an dem Abend allerdings die Wolken höher als am Tag davor, sodass wir es nicht geschafft haben über sie zu kommen.

Wolkenloch – eben war da noch Kassiopeia…

Ein paar Schnappschüsse durch die Wolkenlöcher sind mir dennoch geglückt. Die Bilder sind sicher nicht perfekt, mehr war in der kurzen wolkenfreien Zeit aber leider nicht möglich.

An unserem zweiten „Fotostopp“ ist mir ein weitgehend wolkenfreies Bild geglückt. An diesem Parkplatz haben wir plötzlich Besuch von einer Katze bekommen, die es sich dann in sicherer Entfernung gemütlich gemacht hat und uns beobachtet hat.

Bei unserem letzten Versuch konnte man dann doch noch Kassiopeia und den Schützen gut erkennbar durch die Wolken sehen.

Kassiopeia

 

Besuch im Observatorium auf Teneriffa

Das Observatorium auf Teneriffa gehört zu den drei wichtigsten Observatorien der Welt. Nicht nur wegen der Höhe auf 2390m, sondern auch durch die zumeist sehr gute Wetterlage auf der Insel, bietet das Observatorium auch für Sonnenbeobachtungen einen besonders geeigneten Standort. Während unseres Urlaubs auf Teneriffa haben wir an einer Führung durch die …